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ArchitekturgeschichteSchillernde Unschärfe. Der Begriff der Authentizität im architektonischen Erbe

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Tino Mager: Schillernde Unschärfe. Der Begriff der Authentizität im architektonischen Erbe

Projektskizze

Die künstlerische und historische Zeugniskraft des uns überlieferten architektonischen Erbes für kommende Generationen zu bewahren, die darin am Leben erhaltene Gegenwart vergangener Epochen zu begreifen und deren Geist zu erfassen stellt eine der großen kulturellen Aufgaben des Menschen dar. Diesbezüglich ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Wahrung der Authentizität historischer Bauwerke zum Ziel aller Erhaltungsmaßnahmen erklärt worden. In der Charta von Venedig (1964) erstmalig formuliert, fand dieses Prinzip alsbald Eingang in den denkmalpflegerischen Diskurs, dessen Literatur und Richtlinien.

Aus der unreflektierten und nicht näher erläuterten Vereinnahmung des komplexen wie auch diffusen Begriffs Authentizität als zentrale Größe im Hinblick auf den Umgang mit historischer Architektur ergibt sich seit Mitte der 90er Jahre eine Fülle von Beiträgen, die sich dieser Problematik bedienen und sie in unterschiedliche Zusammenhänge stellen. Die grundlegende Durchdringung des Begriffs sowie dessen Beleuchtung als zentrales Kriterium hinsichtlich des Umgangs mit historischer Architektur ist bislang jedoch nicht erfolgt.

Die Dissertation soll sich dieses Sachverhalts annehmen und ergründen, was unter der Authentizität historischer Bauwerke überhaupt verstanden werden kann, wie diese architektonisch zu verorten ist und aus welchen kulturellen Faktoren sich das Begriffsverständnis ergibt. In diesem Zuge soll die Tragfähigkeit des Begriffs überprüft und die soziokulturelle Relevanz der Authentizität historischer Architektur beleuchtet werden. Die Thematik wird anhand von Fallstudien sowie im Rückgriff auf Philosophie, Kunst- und Kulturwissenschaft durchdrungen und präzisiert werden. Ziel ist es, durch eine Konkretisierung des Begriffs maßgeblich zur Konzeption einer grundlegenden theoretischen Basis beizutragen, die sich der Problematik des Umgangs mit architektonischem Kulturerbe wissenschaftlich nähert.

Die Dissertation wurde unter gleichem Titel 2016 im Verlag de Grutyer publiziert.

 

Dr. Dipl.-Ing. (FH) Tino Mager M.A.

Vita

  • Studium der Medientechnik in Leipzig sowie der Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaft in Berlin, Barcelona und Tokyo
  • 2004 Diplom
  • 2009 Magister Artium mit einer Arbeit über den Authentizitätsbegriff in der Kunst Japans
  • 2015 Promotion

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