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ArchitekturgeschichteIdealstädte für eine neue Gesellschaft -Großsiedlungen im geteilten Berlin 1960-1990 zwischen Vision und Wirklichkeit

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Jascha Braun: Idealstädte für eine neue Gesellschaft - Großsiedlungen im geteilten Berlin 1960-1990 zwischen Vision und Wirklichkeit

Projektskizze

Mein Forschungsvorhaben befasst sich mit Großsiedlungen mit mehreren zehntausend Einwohnern, die zwischen 1960 und 1990 in beiden deutschen Teilstaaten entstanden. Ausgehend von einem auf Technik gegründeten Fortschrittsoptimismus und dem Glauben an die absolute Planbarkeit sollten sie unter Einsatz industrieller Fertigungsmethoden vorbildhaft die Modernisierung der deutschen Städte und damit der Gesellschaft einleiten. Während diese Stadtgebiete in der öffentlichen Meinung heute in der Regel keinen guten Ruf besitzen, betrachten die Forschung und die Denkmalpflege sie zunehmend als wichtige Zeugnisse ihrer Zeit. Daran möchte die Arbeit – auch im Hinblick auf eine sinnvolle Weiterentwicklung – am Beispiel der Berliner Großsiedlungen anknüpfen. Ziel ist es hierbei, innerhalb eines erstmaligen Ost-West-Vergleichs den historischen Entstehungskontext zu beleuchten und im Rahmen eines interdisziplinären Ansatzes eine Brücke zwischen der Architekturgeschichte und den gesellschaftspolitischen Hintergründen zu schlagen. Das bedeutet auch, dass der thematische Schwerpunkt des Vorhabens weniger auf der Aneignung durch die Bewohner und ihre Lebensbedingungen, sondern in erster Linie auf den Entstehungsbedingungen liegt. Gleichwohl ist die Arbeit auch als Grundlage für soziologische Studien angelegt.

Ohne die bedeutenden anderen Großsiedlungen Berlins völlig aus dem Blick zu lassen, wird sich das Forschungsprojekt schwerpunktmäßig mit dem Märkischen Viertel (1963-1976) und Marzahn (1977-88) befassen. Die Konzentration auf diese zwei Stadtgebiete ist nicht nur aus praktischen, sondern auch aus folgenden drei Gründen sinnvoll. Erstens gehören beide zu den größten jemals gebauten Großsiedlungen in Berlin, zweitens markieren sie entwicklungsgeschichtlich gesehen einen Scheidepunkt und drittens existierte hier wie dort der ehrgeizige Anspruch, Siedlungen mit Vorbildcharakter für den künftigen Wohnungsbau zu schaffen.

 

Jascha Braun, M.A.

Vita

  • 2005-2011 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte und Politikwissenschaft  in Berlin (Humboldt-Universität), Potsdam und Stockholm
  • 2011 Magisterarbeit zum Thema:  „Die erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden – Architektur und Städtebau in der frühen DDR am Beispiel von Stalinstadt“

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